Kulturwochenende
Letztes Wochenende besuchte ich am Donnerstag Abend ein Latin-Jazz Konzert im Universitätstheater. Ich war sowohl vom Konzert als auch vom Therater selbst mehr als nur begeistert! Daraufhin zeigte mir "der Inder" eine Weinbar, die hier ganz in der Nähe ist. Die Bar hat unglaubliches Flair - Livemusik, Weinflaschen vom Boden bis zur Decke und Dekoration a la Weinkeller.
Dort leerten wir eine Flasche 10 Jahre alten kalifornischen Wein - dazu gab es Chorizos in Weinsauce und Weißbrot. Insgesamt also ein sehr gelungener Abend!
Am Freitag fuhr ich gemeinsam mit Omar - ein Puerto Ricaner, den ich ca. zwei Wochen zuvor kennen gelernt hatte - ins Museum für Puerto Ricanische Kunst. Nicht nur das Museum selbst sondern vor allem auch der Skulpturenpark sind wirklich sehenswert und wir verbrachten zirka vier Stunden dort. Ausgestellt wird ein Querschnitt durch die puertoricanische Kunst von der Kolonialzeit bis in die Gegenwart.
Am Samstag wars dann mit der Kultur vorbei und es ging zusammen mit dem Amerikaner Terrill nach Cataño - zur Barcardí-Fabrik (man beachte den Akzent am "i" und spreche es fortan nur mehr richtig aus!). Wir machten eine (eher oberflächige und die problematische Vergangenheit in Cuba auslassende) Tour auf Spanisch mit, bei dem wir auch die Rezepte des echten Cuba Libres (Coca-Cola - Pepsi geht absolut nicht - und natürlich Barcardí), echten Daiquiris (beide von Barcardí kreiert) und des echten Mojitos "nähergebracht" wurden.
Im Anschluss daran gab es natürlich noch eine Barcardíverkostung - und ich bleibe dabei: Barcardí ist einfach nicht gut!
El Yunque
Diesen Freitag ging es gemeinsam mit Omar und der Schweizerin Eliane in den Regenwald - El Yunque.
Wir marschierten einen schmalen Pfad durch den Dschungel hin zu einem wirklich genialen Wasserfall. Dort kletterten wir die (nassen und daher extrem rutschigen) Steine hinauf und hinunter, um an die besten "Pools" zu gelangen bzw. eine Dusche im Wasserfall zu nehmen.
Leider haben wir nicht den einheimischen Papagei zu Gesicht bekommen, dafür aber (die ganze Zeit über) den Coquí, einen kleinen, endemischen Frosch, quaken hören. Dieser Frosch ist quasi eines der Wahrzeichen der Insel. Besonders macht ihn vor allem auch, dass sein Quaken in keinster Weise so klingt, wie man das gewohnt ist - es erinnert eher an eine Mischung aus Grille und Vogel.
Durch den Regenwald gibt es über 30 verschiedene Pfade. Grund genug also, um sicher noch öfters hierher zu kommen.
Las Cuevas de Camuy
Am Sonntag ging es - wieder mit Eliane - bereit um 5:15 AM los. Wir machten eine Tour durch das drittgrößte Höhlensystem der Welt mit - Cuevas de Camuy im Zentrum der Insel. Klarerweise haben wir nur einen kleinen Teil des Systems kennengelernt - darüber hinaus ist auch noch gar nicht alles erforscht/entdeckt!
Diese ganze Tour war ein echtes Abenteuer und definitiv nichts für schwache Nerven!
Mit Klettergurt, Schwimmweste, Karabinern, Helm, Stirnlampe und Knieschonern ausgestattet ging es los. Begonnen haben wir mit Zip-Lining über einen (wirklich sehr tiefen) Abgrund. Das war noch verhältnismäßig unspektakulär. Daraufhin ging es eine 250 feet (≈ 80m) hohe Wand senkrecht hinunter. Zuerst konnte man sich normal abseilen, doch schon nach etlichen Metern war die Wand zu Ende und man kam frei in der Luft schwebend dem Boden näher.
Man muss sich den Zugang zur Höhle folgendermaßen vorstellen: Inmitten eines Dschungels befindet sich ein riesengroßes Loch. Sämtliche Wände sind von tropischen Planzen und Bäumen überwuchert und am Boden bahnt sich ein Fluss (Río Camuy) seinen Weg durch das Gestein.
Sobald man sich abgeseilt hat und am Boden Angekommen ist, bietet sich einem ein gigantischer Anblick: Dort wo der unterirdische Fluss zu Tage tritt, befinden sich die Eingänge zu den meterhohen Höhlen.
Gleich zu Anfang wurde uns klar, dass das keine "normale Touristentour" sein würde, sondern dass man hier wirklich gefordert wird. Zu Beginn durften wir gleich einmal in den Fluss springen, um an der anderen Seite die ersten Felsen zu überqueren. Dazu ist zu sagen, dass die Strömung sehr, sehr stark war und das Wasser extrem kalt.
Immer wieder trafen wir auf Riesenspinnen, Fledermäuse, Skorpione und Krabben und wahrscheinlich noch ziemlich viel anderes Getier, das mir (zum Glück) nicht aufgefallen ist.
Das ganze war definitiv kein Spaziergang, denn sobald es ausnahmsweise einmal ein leichtes Stück gab, bei dem man nicht klettern, springen oder rutschen musste, durften wir zumindest laufen - sonst wirds ja fad. Oder man wurde mit einer Plastikschlange bzw. -fledermaus erschreckt, wenn man gerade eine steile Kletterwand hinter sich hatte.
Ein echtes Highlight war zum Beispiel die "Spiderman-Wand". Die Wand, über die ein kleiner Bach hinunterrauschte, bestand aus verwitterten Korallen und ging etliche Meter beinahe senkrecht hinunter. Ohne Seil und Sicherung sollten wir da hinunter... Und ja, es geht, denn auf Korallen ist die Haftung so gut, dass man sich tatsächlich fast supermanlike fortbewegen kann.
Dann gab es noch den "Nutella-Teich". An dieser Stelle befand sich bis vor ca. zehn Jahren ein großer unterirdischer Teich. Nach etlichen sehr starken Regengüssen, öffnete sich allerdings irgendwo ein Abfluss und der gesamte Teich verschwand. Übrig blieb ein extrem matschiger Boden. Nachdem man auf diesem a la Treibsand, sobald man stehenbleibt, einsinkt, liefen wir einfach durch den zum Teil 30 cm tiefen Schlamm.
Mitten in der Höhle machten wir auch eine unterirdische Jausenpause. Wir stellten überall Kerzen auf, was eine unheimliche aber zugleich traumhafte Atmosphäre erzeugte.
Ein weiterer Höhepunkt war "der Sprung". Zuerst durften wir uns das Gelände ein bisschen anschauen, bevor sämtliche Lichter ausgeschaltet wurden. Und dann sprang einer nach dem anderen die zirka vier Meter hinunter in den Fluss - bei vollkommener Dunkelheit. Es war so genial!
Natürlich war die ganze Höhle an sich schon sehr beeindruckend: Manchmal gab es unglaublich große unterirdische Hallen, dann wieder meterhohe Tropfsteine, immer wieder kleinere Wasserfälle, Korallen, natürliche Swimmingpools mit glasklarem Wasser, Wandzeichnungen von der von den Spaniern ausgerotteten Urbevölkerung, den Taínos, und vieles mehr.
Als wir nach etlichen Stunden wieder Tageslicht erblickten, erwartete uns ein letztes kleines "Abenteuer". Wir befanden uns ja quasi in einem Loch, und da mussten wir auch wieder hinaus - über einen kleinen, irre steilen Pfad, den man mehr hinaufklettern als hinaufgehen musste. Mit aufmunternden (oder eher zynischen) Schildern, wie zum Beispiel "Don't give up!" oder "Oasis ahead!" wollten uns die Tourguides auf den Berg hinaufbringen. Als wir endlich den höchsten Punkt erreicht hatten ("Top of the world"), ging es wieder hinunter - über Leitern und nasse, glitschige und rutschige Steine. Schließlich überquerten wir aber doch noch die "Ziellinie" und wurden mit einem Wasserschlauch, aber auch Applaus, Musik (passenderweise die Filmmusik von "Rocky"), Snacks und Getränken begrüßt und nachdem wir (einigermaßen) sauber und umgezogen waren, ging es über den roten Teppich zurück zum Tourbus und nach San Juan.
Dort schlossen wir diesen langen, aber wunderschönen Tag mit Sangria ab - gemeinsam mit einem Pärchen aus Oklahoma und einem aus Washington D.C., die wir - falls wir einmal zufällig in der Gegend vorbeikommen sollten - unbedingt besuchen müssen.
Das einzig Negative an diesem Tag ist, dass ich - obwohl nur einmal richtig ausgerutscht - nach und nach immer mehr Schürfwunden und blaue Flecken am ganzen Körper entdecke, die mit der Zeit richtig schmerzhaft werden...
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