Sonntag, 30. August 2009

Este fin de Semana

Donnerstag Abend starteten wir wieder ins Wochenende und wo könnte man das besser tun als im Refugio, einer ziemlich netten Bar in der Nähe der Uni. Im Refugio hat man eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Rum oder Bier (wobei man auch erwähnen sollte, wie unglaublich billig Alkohol hier ist: Bier $ 1,50 und eine Flasche Rum: $ 3) Nachdem das Bier (im Gegensatz zum österreichischen) zwar ganz ok ist (Europäer würden dieses Getränk wahrscheinlich eher als Limonade denn als Bier bezeichnen.), ist es aber eben trotzdem Bier und darum muss es nunmal Rum sein, denn der ist einfach nur traumhaft! (Natürlich weder Captain Morgan noch Barcardi - das ist nur gut genug für den Export - richtig gut ist Pablo Viejo!) Danach musste noch ein Abstecher zur Demonstration sein - man muss ja schließlich up to date sein!
Daraufhin konnte ich mich dem schönsten auf der Welt widmen: schlafen - und zwar so lange wie möglich!
Am Freitag Nachmittag stand ein Strandbesuch auf dem Plan. (Schließlich sollte man ja zumindest einmal pro Woche am Strand sein.) Dieser Strand, der in einer kleinen Bucht in der Nähe der Altstadt liegt, ist - so wie auch alle anderen - schlicht traumhaft. Etliche kleine Felsinseln befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Ufer, an denen die an diesem Tag ziemlich starken Wellen gebrochen wurde. So entstand eine sehr eigenartige und starke Strömung, die das Baden gleich noch viel lustiger machten. An diesem Strand erlebte ich auch den schönsten Sonnenuntergang meines Lebens...
Danach fuhren wir mit Christina, einer Studentin aus Puerto Rico, in eine Tanzbar. Schließlich sind Salsa, Merengue und Borracho ein absolutes Muss hier. Allerdings hat man als Europäer kaum eine Chance, "richtig" zu tanzen und Tipps wie etwa "Vergiss die Schritte, du musst die Musik fühlen." und dergleichen kommen immer wieder. Es war mir bisher auch nicht bewusst, dass es an die tausend Möglichkeiten gibt, wie man seine Hüften bewegen kann. Doch ich bin zuversichtlich, dass ich das in spätestens zehn Monaten hinbekommen werde.

Am Samstag wollten wir eigentlich einen Ausflug in die Altstadt unternehmen. Nur leider hat das Wetter nicht mitgespielt: Es regnete den ganzen Tag. Daraus resultierte ein ungewollter Lerntag, was sich zumindest auf mein Wissen über Differentialgleichungen positiv auswirkte.

Am Sonntag wurde dieser Ausflug nachgeholt. Mit dem 2004 eingeweihten und dementsprechend modernen Tren Urbano ging es an den Hafen und dort dann per Schiff durch die Bucht von San Juan in die Altstadt: Viejo San Juan, die älteste Stadt der USA.
Ein Haus ist hier schöner als das andere, die Festung inkl. Stadtmauer ist imposant und dazu kommt ein unglaubliches Flair. An der einen Ecke sitzen alte Männer und spielen Karten, an der anderen werden frische Kokosnüsse angeboten und auf dem nächsten Platz tritt eine Liveband auf.
Natürlich durfte auch die kriolische Küche nicht zu kurz kommen und wir probierten einige Spezialitäten aus, deren Namen ich mir allerdings leider nicht gemerkt habe...

Nun stehen wieder vier Tage Uni, lernen und Hausübungen erledigen an, bevor wir uns in unser erstes verlängertes Wochenende (7. September: Tag der Arbeit) stürzen und nach Cabo Rojo fahren.

Donnerstag, 27. August 2009

Manifestación

Was als friedliches Straßenfest anfing, entwickelte sich letzten Donnerstag in der Avenida Universidad zu einer Straßenschlacht zwischen Polizei und Jugendlichen. Ein Streit zwischen zwei betrunkenen Jugendlichen eskaliert, die Polizei greift brutal ein und nach und nach ist die ganze Straße, die jeden Donnerstag zum Bersten voll ist, in die Auseinandersetzung involviert.
Jugendliche bewerfen die an die hundert Polizisten mit Bierdosen und beschimpfen sie als "Puercos", Schweine. Die Polizei reagiert mit Unmengen an Tränengas, das in die größtenteils offenen Gebäude eindringt. Die Anwesenden beginnen zu weinen, bekommen keine Luft, etliche brechen zusammen. Neben Tränengas werden auch Schlagstöcke eingesetzt, um die Leute zurückzudrängen. Barrikaden werden aufgebaut und verhindern es, dass die Jugendliche "entkommen" können. Es herrscht eine unglaubliche Brutalität.

http://www.youtube.com/watch?v=GoxT5nq6lAY&feature=related

Diese Auseinandersetzung zwischen Polizei und Jugend ist nichts Neues hier in Rio Piedras. Nach Ansicht der Polizei halten sich die Jugendlichen zu viel auf der Straße auf und sie werden verantwortlich gemacht für die hohe Kriminalität und Brutalität, die hier herrscht. Doch wo sollen sie sich sonst treffen? Die Straße ist der einzige Ort, der ihnen bleibt.

Heute, genau eine Woche später, findet eine Demonstration statt. Hunderte Menschen sind gekommen, alle in weiß gekleidet, um sich gegen Gewalt und Polizei und für Frieden einzusetzen. Sprechgesänge und Trommeln ertönen in der Straße, in der man normalerweiße nur Salsa zu hören bekommt. Die Polizei ist zurückhaltend, die Demonstranten friedlich. Es sind mehr Reporter und Fotografen unterwegs als Polizisten.
Wirklich gute Inszenierungen schaffen eine seltsame, teilweise beängstigende Atmosphäre: Tausende Seifenblasen steigen in den Himmel auf. Der Boden wird aufgekehrt, um ihn symbolisch von den Spuren der Gewalt zu befreien. Ein maskierter Mann hält Leinen in der Hand, an denen zwei Menschen festgebunden sind. Er trägt ein Schild, auf dem zu lesen ist: "Te he visto llorando. - Ich sah dich weinen."

Noch läuft alles friedlich ab, doch erst morgen wird man sehen, ob das auch so bleibt, sobald noch mehr Alkohol im Spiel ist.

Mittwoch, 26. August 2009

Puerto Rico, ich komme!

Nach langem Hin und Her habe ich mich nun doch dazu entschlossen, einen Blog zu schreiben. Auch wenn das vielleicht etwas spät ist - immerhin bin ich morgen schon drei Wochen lang hier - ist es ja noch nicht zu spät, um zu beginnen.

Wie alles begann...

Am 6. August um halb sechs Uhr in der Früh verließ ich - totmüde - das kleine Örtchen Wies, um gemeinsam mit meinen Eltern und Rainer nach Wien zum Flughafen zu fahren. Zum Glück hatte ich drei "Gepäckträger" mit - alleine hätte ich mit meinen Tonnen an Gepäck keine Chance gehabt. Etwas später kamen auch noch meine Tante inkl. Kusinen und Doris zum Flughafen.
Nach einem letzten Wiener Frühstück stand nun also der große Abschied bevor. Und ja, es war traurig - sehr traurig.

Ich bestieg also das erste Flugzeug, das mich nach Düsseldorf bringen sollte. Aus irgendwelchen Gründen startenten wir ca. 20 Minuten zu spät, was mich etwas nervös machte, da ich in Düsseldorf nicht allzu viel Zeit zum Umsteigen hatte. Endlich in Deutschland gelandet, eilte ich durch das riesige Flughafengelände zu meinem Gate, um dort festzustellen, dass - obwohl schon seit 25 Minuten Boarding sein sollte - das Flughafenpersonal noch keine Anstalten machte, das Gate zu öffnen. Glück im Unglück und ich nutze die Zeit für ein bisschen Duty-Free-Shopping! What else?

Nach endlosem Warten ging es also los. Im Flugzeug lernte ich einen ganz netten, 21jährigen Deutschen kennen, der ebenso wie ich zwei Tage alleine in Miami bleiben sollte. Der Flug verging im Großen und Ganzen wirklich "wie im Fluge" - schließlich musste ich ja zum einen mein Schlafdefizit aufholen und zum anderen wurde ich von AirBerlin mit "Nachts im Museum", Tomatensaft, Rotwein, Baileys und dergleichem ganz gut unterhalten.

In Miami angekommen erlebten wir zu aller erst einmal einen Hitzeschock. Obwohl es schon gegen 18:00 (Ortszeit) war, waren die Temperaturen einfach nur unmenschlich. Daraufhin durfte ich ein weiteres Mal Fingerabdrücke aller meiner zehn Finger abgeben und diverse Einreiseformalitäten hinter mich bringen - wie etwa Fragen zu meinen Absichten hier in den USA, meinen Spansichkenntnissen, Studienrichtung und noch diversen anderen Sachen, die die amerikanischen Behörden überhaupt nichts angehen, beantworten.
Nachdem ich mein Gepäck am Flughafen abgegeben hatten, suchten wir eine günstige Möglichkeit, um in die Stadt - genauer nach Miami Beach - zu kommen. Wir fanden schließlich auch eine Busstation und zufälligerweise zwei nette Brasilianerinnen, die gerade auf dem Weg nach Hause - nach Miami Beach - waren. Insgesamt warteten wir ca. 30 Minuten auf den Bus, bis wir beschlossen, doch ein Taxi zu nehmen. (Das Bussystem in Miami ist wirklich grottenschlecht!)

Endlich bei meinem Hostel angekommen, durfte ich feststellen, dass für eine gewisse Ms. Sofie W. hier kein Zimmer reserviert war. Nachdem ich dem Rezeptionisten meine Buchungsbestätigung vorlegte, stellten wir fest, dass ich wieder einmal eine wahnsinnig intelligente Aktion geliefert hatte und anstelle für den 6. August ein Zimmer für den 6. Juli gebucht hatte. Das kann wirklich nur mir passieren. Zu alle dem kommt noch, dass das Haus ausgebucht war und sie trotz meines allerliebsten Dackelblicks nichts für mich tun konnten.
Glücklicherweise wusste er gleich in der Nähe ein weiteres Hotel-Hostel, bei dem ich es versuchen konnte. Inzwischen war es schon dunkel und totmüde und verärgert ging ich die paar Blocks zu diesem anderen Haus. (Man hätte mir allerdings sagen können, dass man - auch wenn es nur ein paar Blocks waren - zirka 15 Minuten unterwegs ist.)
Glücklicherweise war hier noch etwas frei! Natürlich war an Schlaf nicht zu denken, nach einem kurzen Anruf in Österreich und einer Dusche ging es schon wieder los. Immerhin wollten wir (der Deutsche und ich) noch ein bisschen die Stadt erkunden!

Miami

An diesem Abend schlenderten wir etwas durch das Party-wütige Miami Beach, gingen eine Kleinigkeit essen und setzten uns schließlich mit einer Flasche Corona (natürlich mit Papiertüte) an den Strand. Dieser Strand war ein Traum: Im Rücken die Skyline von Miami, vor uns das Meer, das selbst zu dieser späten Stunde noch unglaublich warm war und: Pärchen (von denen ich jedes einzelne verfluchte!).

Da unsere Interessen bzgl. Miami ziemlich weit auseinanderklafften, war ich den ganzen nächsten Tag alleine unterwegs. Ich fuhr in die Downtown, ging dort ein bisschen spazieren - die Stadt ist wirklich wahnsinnig modern - und fuhr schließlich ins Seaquarium. Leichter gesagt als getan: Denn der Busfahrer war scheinbar nicht sehr ortskundig und ich landete irgendwo. Allerdings war ich nicht die einzige mit diesem Problem - zwei Studentinnen aus der Slowakei hatten demselben Busfahrer vertraut. Gemeinsam gelang es uns schließlich doch noch zum Seaquarium zu gelangen, wo wir uns neben einer Piraten- und einer Seelöwenshow auch noch "Flipper und seine Freunde" gaben. Für die Killerwalshow waren wir - dank des Busfahrers - leider etwas zu spät.
Am Nachmittag fuhr ich noch ins kubanische Viertel Miamis, wo ich zum ersten Mal mit echtem Spanglish konfrontiert war. Ohne Spanisch zu sprechen wäre man hier ziemlich aufgeschmissen. Nachdem es in "Little Havanna" zwar ganz nett, aber auch nicht so aufregend war, fuhr ich am späten Nachmittag wieder zurück nach Miami Beach. Um dem Fastfoodwahnsinn der Amerikaner zu entgehen, ging ich in ein französisches Lokal, um Omletts zu essen. Zu meiner Bestürzung wurden allerdings sogar hier Chips als selbstverständliche "Beilage" serviert.

Auf nach San Juan

Am nächsten Tag durfte ich wieder so früh aufstehen. Im Nachhinein betrachtet viel zu früh wurde ich abgeholt und zum Flughafen gebracht. Dort angelangt stellte ich fest, dass ich doch nichts für mein Gepäck bezahlen muss - supi! Ewig lang wartete ich - trotz langer Hose und Jacke halb erfroren - am Flughafen, bis wir endlich (wiederum verspätet) losflogen.
Zum Glück war der Flug nicht allzu lang und schon bald konnte ich den ersten Blick auf "meine neue Heimat" erhaschen.

Endlich gelandet durfte ich festellen, dass es auf dem Flughafen in San Juan weder eine Ankunftshalle noch Gepäckwagerl gibt. Drei Mal durchatmen, Gepäck aufladen und los geht es - bei 35°. Eigentlich sollte ich ja abgeholt werden. Eigentlich. Bloß: Es war niemand da. Nachdem ich zirka 15 Minuten gewartet hatte, beschloss ich, mich noch weiter umzusehen. Mit meinem ganzen Gepäck marschierte ich also los und was fand ich? Es war ja doch jemand von meiner Uni hier! Warum sie mich nicht bei meinem Ausgang abgeholt haben? - Ich stand nicht auf der Liste! Das tat ihnen leid und sie entschuldigten sich hundert Mal dafür.
Nachdem auch noch die anderen Studenten - die allesamt sehr wohl auf der Liste standen - angekommen waren, fuhren wir mit einem Unibus (ja, soetwas gibt es hier!) zu den Studentenheimen. Wir standen vor einem 22 Stock hohen Turm, der nicht nur von außen ziemlich heruntergekommen aussah. An der Rezeption wurde mir allerdings wieder mitgeteilt, dass zwar sämtliche anderen Studenten (ausnahmslos Amerikaner) hier wohnen, nur ich nicht - ich stehe leider nicht auf der Liste! Viellleicht ist es ja das Studentenheim gegenüber. Ich lud also mein Gepäck wieder auf und ging zum anderen Haus. Ich gab dem Portier meinen Pass und - Überraschung - er konnte meinen Namen nicht auf der Liste finden. Er rief seine Kollegen an, die leider auch nicht wussten, was sie mit mir machen sollten. Langsam aber doch machte ich mir ernsthafte Sorgen. Hätte ich in Österreich noch irgendetwas erledigen müssen? Irgendeine Bestätigung einholen oder sonst etwas?
Schließlich gingen der Portier und ich noch einmal gemeinsam die Lieste durch und - mein Name stand sehr wohl da! Der Portier hatte die ganze Zeit über nach einer Ms. Sofie Österreich gesucht! (Scheinbar war das der erste europäische Pass, den er jemals in Händen gehalten hatte.)

Somit nahm das Nicht-auf-der-Liste-stehen doch noch ein gutes Ende und ich konnte endlich meine Wohnung beziehen. Meine Mitbewohnerin, mit der ich die Drei-Zimmer-Wohnung teilen sollte, war noch nicht da. Mein erster Eindruck war: Kälte. Es reicht ja nicht, dass es eine Klimaanlage pro Raum gibt, nein es müssen zwei sein, von denen man eine erst gar nicht abdrehen kann! Ziemlich bald kam auch meine Mitbewohnerin an, eine Französin, die lustigerweise Anne-Sophie heißt. Nachdem ich meine Koffer einigermaßen ausgepackt und noch schnell von dem Fast-Food-Restaurant nebenan (das einzige, was ich auf die Schnelle finden konnte) etwas zu essen geholt hatte, ging ich mit Fleecejacke, langer Pyjamahose und Socken schlafen. Dennoch wachte ich in der Nacht immer wieder auf, weil es einfach unheimlich kalt war.

1. Tag

Am ersten Tag hatten wir gleich unsere Orientación in der Law School der Uni. Gestartet wurde mit einem Frühstücksbuffet, dann ging es weiter mit einer Unmenge an Informationen (inkl. einem eineinhalbstündigen Vortrag über die Schweinegrippe), einer Campusführung und einem gemeinsamen Mittagessen. Insgesamt war dieser Tag ganz nett und ich lernte eine Menge Leute kennen. Das Problem war allerdings, dass ich feststellen musste, dass man auf Puerto Rico nicht Spansich spricht. Diese Sprache, die hier gesprochen wird, hat nicht sonderlich viel damit gemeinsam, was wir in Europa unter Spansich verstehen. Zum Beispiel ist das essentielle Wort "vosotros" (=euch) nicht existent. Der Akzent gemeinsam mit der anderen Aussprache, einer Unmenge an rein auf Puerto Rico verwendeten Vokabeln und der Sprechgeschwindigkeit machten es zu Beginn fast unmöglich, mich zu verständigen.

Unistart

Am nächsten Tag ging es schon los mit den ersten Kursen und ich musste feststellen, dass die Kurse, zu denen ich angemeldet war, nicht im geringsten mit denen übereinstimmten, die ich in Österreich ausgesucht hatte. Nichtsdestotrotz ging ich einmal zu den ersten beiden Kursen, um sie mir einmal anzusehen. Das eine war ein Spansichkurs, mit dem ich ganz ehrlich gesagt absolut überfordert war. Der war eigentlich für Natives gedacht, die ihren Schreibstil hier verbessern sollten. Des weiteren war ich auch noch zu einem Englischkurs angemeldet, den eine Professorin hielt, die man ohne zu übertreiben als bösartige Giftschlange bezeichnen kann. Ihre Überraschung für die erste Stunde war darüber hinaus ein Aufsatz, der natürlich benotet wurde. Sie hat uns mehr als einmal gesagt, wie wichtig der Aufsatz ist. Sie hat uns offen gesagt, dass der erste Eindruck, den wir bei ihr hinterlassen, für das ganze Semester ausschlaggebend sein würde. Ein Mathematikkurs fand leider gar nicht erst statt und bei einem zweiten Spansichkurs sollten wir Texte von Friedrich Nietzsche und anderen Philosophen lesen und interpretieren - auf Deutsch ein super Kurs, aber auf Spanisch?
Das alles war Grund genug, um wieder ins Büro für Internationale Beziehungen zu laufen und alle Kurse zu ändern. Nachdem meine Koordinatorin mir zwar versichert hat, dass sie das machen wird, durfte ich etwas später feststellen, dass sie entweder keine Ahnung hat oder einfach nur heillos überfordert war. Schließlich durfte ich zu sämtlichen Fakultäten gehen und Bestätigungen von den Professoren holen, dass ich, obwohl die Frist eigentlich schon abgelaufen war, doch noch an dem einen oder anderen Kurs teilnehmen darf. Am Freitag Nachmittag hatte ich endlich mein endgültiges Kursprogramm vorliegen. Mit den Kursen war ich nun sehr zufrieden: Partielle Differentialgleichungen, Ordentliche Differentialgleichungen, Spanisch und Interkulturelle Kommunikation.
Überraschenderweise finden sämtliche Mathematikkurse ab einem gewissen Level auf Englisch statt, was die Sachen weitaus vereinfachte. Zufälligerweise habe ich auch noch einen Professor, der in Deutschland promoviert hat und somit sogar etwas Deutsch spricht!

Insesamt gesprochen sind die Kurse hier super. Ich hatte in meinem Leben zwar noch nie so viel Hausübungen wie hier, aber den Professoren liegt - im Gegensatz zu vielen an österreichischen Universitäten - wirklich etwas daran, den Studenten etwas beizubringen. Außerdem sind wir heir keie Nummer und sie interessieren sich wirklich für uns. Sie wissen nicht nur unsere Namen, Heimatland und Hobbies, sondern interessieren sich sogar dafür, wie man das Wochenende verbracht hat! In den Klassen sitzen nie mehr als 20 Studenten und der Unterricht ist wirklich sehr interaktiv. Eine ganz neue Erfahrung ist auch, wie man hier Mathematik unterrichtet: Die Professoren erklären die Theorie anhand von echten Beispielen und wenn einige es trotzdem nicht verstanden haben, gibt es noch ein zweites und drittes Beispiel - purer Luxus!

Wochenende!

Ich habe mich inzwischen sehr mit vier Französinnen angefreundet. Gemeinsam mit ihnen und vier Puerto Ricaner habe ich bisher den Großteil der Freizeit verbracht. Das praktische daran ist auch, dass die Puerto Ricaner natürlich Autos haben, was den Transport gleich um einiges erleichtert! Außerdem ist es super quasi immer Fremdenführer mitzuhaben und so wird mein Spanisch auch von Tag zu Tag besser.
Wir haben inzwischen einen (leider viel zu kurzen) Ausflug in die Alstadt gemacht, etliche der traumhaften Strände "ausprobiert", die größte Shoppingmall der Karibik kennen und lieben gelernt, etliche Salsabars besucht und einen Abstecher in eines der tausend Kasinos und ins Kino gemacht. Für weitere Informationen - siehe Fotoalben!