Was als friedliches Straßenfest anfing, entwickelte sich letzten Donnerstag in der Avenida Universidad zu einer Straßenschlacht zwischen Polizei und Jugendlichen. Ein Streit zwischen zwei betrunkenen Jugendlichen eskaliert, die Polizei greift brutal ein und nach und nach ist die ganze Straße, die jeden Donnerstag zum Bersten voll ist, in die Auseinandersetzung involviert.
Jugendliche bewerfen die an die hundert Polizisten mit Bierdosen und beschimpfen sie als "Puercos", Schweine. Die Polizei reagiert mit Unmengen an Tränengas, das in die größtenteils offenen Gebäude eindringt. Die Anwesenden beginnen zu weinen, bekommen keine Luft, etliche brechen zusammen. Neben Tränengas werden auch Schlagstöcke eingesetzt, um die Leute zurückzudrängen. Barrikaden werden aufgebaut und verhindern es, dass die Jugendliche "entkommen" können. Es herrscht eine unglaubliche Brutalität.
http://www.youtube.com/watch?v=GoxT5nq6lAY&feature=related
Diese Auseinandersetzung zwischen Polizei und Jugend ist nichts Neues hier in Rio Piedras. Nach Ansicht der Polizei halten sich die Jugendlichen zu viel auf der Straße auf und sie werden verantwortlich gemacht für die hohe Kriminalität und Brutalität, die hier herrscht. Doch wo sollen sie sich sonst treffen? Die Straße ist der einzige Ort, der ihnen bleibt.
Heute, genau eine Woche später, findet eine Demonstration statt. Hunderte Menschen sind gekommen, alle in weiß gekleidet, um sich gegen Gewalt und Polizei und für Frieden einzusetzen. Sprechgesänge und Trommeln ertönen in der Straße, in der man normalerweiße nur Salsa zu hören bekommt. Die Polizei ist zurückhaltend, die Demonstranten friedlich. Es sind mehr Reporter und Fotografen unterwegs als Polizisten.
Wirklich gute Inszenierungen schaffen eine seltsame, teilweise beängstigende Atmosphäre: Tausende Seifenblasen steigen in den Himmel auf. Der Boden wird aufgekehrt, um ihn symbolisch von den Spuren der Gewalt zu befreien. Ein maskierter Mann hält Leinen in der Hand, an denen zwei Menschen festgebunden sind. Er trägt ein Schild, auf dem zu lesen ist: "Te he visto llorando. - Ich sah dich weinen."
Noch läuft alles friedlich ab, doch erst morgen wird man sehen, ob das auch so bleibt, sobald noch mehr Alkohol im Spiel ist.
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