Dienstag, 15. September
Regen -> rutschig -> Sofie rutscht aus -> Zehe verletzt -> Arzt -> Wunde nähen lassen -> 7 Tage kein Wasser, nicht viel gehen
Das hatte zur Folge, dass das letzte Wochenende - von chilenischem Essen, Avocado-Milchshake und Open-Air Kino (Der Vorleser, The Reader, El Lector) einmal abgesehen - nicht sonderlich aufregend war. "Glücklicherweise" hatte ich jedoch letzte Woche Prüfungen, sodass das "zu Hause eingesperrt sein" nicht so schlimm war, aber dennoch musste diese Woche dafür umso besser werden - und das war sie auch!
Mittwoch Abend war ich bei meinem ersten "offiziellen" AIESEC Meeting, das auch das erste Treffen für die Newies aus dem Herbstrecruitment war. Was mich wirklich überrascht hat, war, dass die Frauenquote hier bei ca. 80% liegt - vielleicht liegt das ja daran, dass das Auswahlverfahren hier weitaus härter ist als in Österreich... ;)) Lustig ist auch, dass eine Finnin, die ich letztes Jahr in Estland kennen gelernt habe, im MC (nationaler Vorstand) Puerto Rico war und die kennt hier natürlich jeder...
Am Donnerstag wurde am Campus "70 Jahre Turm der UPR" gefeiert. Aus diesem Grund wurden etliche Konzerte veranstaltet. Nach einem netten Nachmittagscafe mit einem Inder besuchte ich das Konzert der "Tuna Bardos UPR", eine Gruppe von Studenten, die in mittelalterlichen, spanischen Bardengewändern puertoricanische, südamerikanische und spanische Lieder singen bzw. spielen. Und ja, es war genauso lustig wie es klingt.
Gleich anschließend gab es ein Konzert des Unichores gemeinsam mit dem Tenor César Hernández, bei dem angefangen von Mendelssohn über "Funiculí, Funiculá" bis hin zu afrikanischen Volksliedern und spanischen Liedern aus der Romantik alles dabei war. Bei dieser Veranstaltung habe ich auch Jonathan - einen echten Pro-Amerikaner - kennengelernt. Sein Traum war es, Musiker zu werden. Schlussendlich hat er aber dann doch die Army vorgezogen - aber zumindest ist er Demokrat.
Anschließend an das Konzert waren wir noch essen und zwar so wie es sich hier (wie mir deutlich klar gemacht wurde) gehört: Der Mann sucht das Essen aus und bezahlt - keine Widerrede.
Am Freitag musste wieder einmal das größte Shopping-Center der Karibik unsicher gemacht werden, wo ich mein neues Lieblingsgeschäft entdeckt habe: Borders, ein riesiges Büchergeschäft. Es versteht sich von selbst, dass die zwei Stunden, die ich dort verbracht habe, bei weitem nicht ausreichend waren. Als ich nach Reiseführern für meine anstehenden Reisen gesucht habe, bin ich auch auf einige über Österreich gestoßen - wirklich sehr interessant (und amüsant) wie "wir Österreicher" so sind.
Am Abend fuhren Jonathan und ich nach Condado - dem High-Society Viertel San Juans, in dem man einen Ferrari neben dem anderen sieht und die Gucci und Luis Vuitton Shops zu finden sind. Dort waren wir in einem sehr schönen Restaurant und wieder durfte ich mein Essen nicht selbst aussuchen - es war bereits vorbestellt worden und war bei unserer Ankunft schon fertig. Zum Glück hatte ich am Vorabend erwähnt, dass die Garnelen hier wirklich gut sind und voilá für mich gab es mit Käse und Limette überbackene, in gegrillte Plátanos eingerollte Garnelen mit Plátanosreis. (Plátanos = Kochbananen)
Am Samstag fand ein vom Büro für internationale Beziehungen organisierter Canopy-Ausflug statt. In echten, amerikanischen Schulbussen fuhren wir in einen Dschungel außerhalb der Stadt. Nicht nur der Bus hat sehr an einen Schulausflug erinnert: Die ganze Fahrt über haben wir (inkl. Busfahrer und den Organisatoren) lauthals spanische Pop-Songs gesungen. Aber auch die Canopy-Tour selbst war sehr gut: Abseilen, Zip-Lines über tiefe Schluchten oder einfach von Baum zu Baum - wirklich sehr lustig! Anschließend gab es ein gemeinsames, typisch puertoricanisches Essen - natürlich alles auf Kosten der Uni.
Am Abend fuhr ich gemeinsam mit Anna (New York) und Terril (Texas/Kentucky) noch einmal nach Condado, da an diesem Abend dort zum letzten Mal eine puertoricanische Tanzgruppe aufgetrat. Der Moderator studiert auch an der UPR, wohnt im gegenüberliegenden Studentenwohnheim und hat uns dazu eingeladen. Anschließend gingen wir zu Starbucks. (Anna und Terril gehen hier im Schnitt vier Mal die Woche hin - sie entsprechen wirklich dem amerikanischen Klischee.) Daraufhin verbrachten wir einige Zeit an der Strandpromenade, wo Anna beschloss nicht nur ein Semester sondern gleich ein ganzes Jahr oder sogar noch länger hierzubleiben. Jetzt muss sie nur noch ihren Verlobten (sie ist 21!!) davon überzeugen, dass das eine gute Idee ist, und mit Daddy reden, dass er das Angebot, das er für ein Haus für seine Tochter in New York abgegeben hat, zurückzieht und ihr doch lieber einmal hier in Condado ein Apartment kauft...
Sonntag ist eher gemütlicher. Theoretisch habe ich ja am Montag eine Prüfung, für die man zumindest ein bisschen lernen sollte, aber mit einer 99%igen Wahscheinlichkeit wird morgen wieder einmal gestreikt. Vamos a ver...
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also.... hopp hopp.... hast noch 5 Monate Zeit dich zu verloben..... naja und die wirklich schwierigen dinge im leben werdn anscheinend ja auch übernommen: ESSEN AUSSUCHEN!!!! =)
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